Backer 70 år


- Am Anfang standen eine hohe Technikbegeisterung, echte Neugier und echter Gründergeist. Heute liegt die patentierte Heizlösung von Christian Backer vielleicht mehr im Trend denn je zuvor.


Backer 70 år

Christian Backer

DER LEBENSLAUF VON CHRISTIAN BACKER UND DIE GEBURT DES BACKER HEIZELEMENTS

Christian Bergh Backer wurde 1885 in dem Dorf Flisa geboren, etwas nördlich von Kongsvinger in Norwegen. Sein Vater war Pächter eines kleinen Bauernhofs, hatte jedoch auch eine Schmiede. Christian Backer war der Jüngste in einer Geschwisterschar von 8 Kindern. Der Großteil der Geschwister wanderte in jungen Jahren in die USA und nach Kanada aus. Früh zeigte sich, dass Christian Backer eine wissenschaftliche Begabung hatte. Er machte in Kongsvinger die mittlere Reife und wurde dann Assistent eines Professors an der Technischen Hochschule in Trondheim, während er zugleich die Möglichkeit hatte zu studieren. Der Professor, dessen Assistent er war, arbeitete unter anderem daran, reines Magnesium aus Meerwasser herzustellen.

Bei seiner Arbeit mit Magnesiummetall erforschte Christian Backer die Eigenschaften von Magnesiumhydroxid und Magnesiumoxid und erkannte die Möglichkeit, aus reinem Magnesiummetall, welches ein guter elektrischer Leiter ist, Magnesiumoxid herzustellen, das einer unserer besten elektrischen Isolatoren und zudem selbst bei hohen Temperaturen ein außerordentlich guter Wärmeleiter ist.

Backer 70 år

Folgepatent das grundpatent auf 1921

Indem er eine Widerstandsspirale in ein Rohr aus Magnesiummetall einzog und das Ganze dann in ein Schutzrohr schob, gelang ihm die Zentrierung und die Grundbestandteile waren gegeben. Danach galt es, das elektrisch geladene Magnesiummetall in einen Isolator zu verwandeln. Das löste Christian Backer, indem er in einem Autoklav bei hoher Temperatur und hohem Druck Wasserdampf zuführte, wodurch sich das Magnesiummetall auflöste und Magnesiumhydroxid bildete. Dieses wurde in einem anschließenden Wärmeverfahren in Magnesiumoxid und Wasser umgewandelt.


- BACKERS METHODE WAR REVOLUTIONÄR -


Das war die Grundidee von Christian Backer, die den Namen „Backerprozess“ erhielt, und der Welt ein neues, leicht anwendbares Heizelement für private Haushalte und die Industrie brachte. Verglichen mit bislang verfügbaren Konstruktionen mit Steatit oder durch Mikanit isolierten Heizspiralen war Backers Methode revolutionär. Das Grundpatent ist auf 1921 datiert und in den 1920er und 30er Jahren kamen eine Reihe Folgepatente hinzu.Christian Backers Ziel war es, mit seiner Methode ein Produkt zu erstellen, das für die Herstellung einer Kochplatte aus spiralförmigem Stahlrohr , die eine Alternative zum Gasherd sein konnte, gut genug war. Um die Wärmeübertragung von der Widerstandsspirale auf das Mantelrohr zu erleichtern, mussten die Heizelemente nachgepresst werden. Bis das Produkt eine hochwertige Wärmequelle war, verblieben jedoch viele andere Probleme.Christian Backer wanderte nach Kanada aus, wo er in Ottawa, in der Provinz Ontario, eine Anlage für weitere Experimente aufbaute. Als Leiter dieser Anlage verpflichtete Christian Backer einen ehemaligen Mitarbeiter und Freund aus seiner Zeit in Trondheim, Johan Wetlesen.Christian Backer entwickelte nun ein Gesamtkonzept für Produktionsanlagen und verkaufte für seine Methode weltweit Lizenzen, u. a. an:

 

  • Westinghouse, Pittsburgh, USA
  • Metropolitan Vickers, Manchester, England
  • Voigt & Haeffner (Siemens), Bad Soden, Deutschland
  • SA Calor, Lyon, Frankreich
  • Polytherm Ltd, Arundel, Südafrika
  • Pyrox SA, Bergen, Norwegen
  • Pomerska Elektrowna, Torun, Polen


In England baute Christan Backer 1938 ein eigenes Unternehmen auf, dessen Alleineigentümer er war. Es erhielt den Namen Backer Electric Ltd. Und wurde nach Rotherham, York verlegt. Johan Wetlesen wurde zum Managing Director ernannt. 1950 trat Carl Kramer seine Nachfolge an. Er war Rechtsanwalt und mit Backers Tochter Mona verheiratet. Nach dem Tod Carl Kramers 1961 wurde Stan Nimrod zum MD gewählt. Er war schon seit den Anfängen im Unternehmen tätig.

 

Die Lizenzgebühren von den verschiedenen Unternehmen brachten Christian Backer beträchtliche Einkünfte ein. Die Gebühr basierte auf einem Betrag pro produziertem Heizelement, gemessen in kW.

 

Nach dem Krieg wollte Christian Backer auch ein Unternehmen in Schweden aufbauen, insbesondere weil seine Ehefrau Elsa schwedische Wurzeln hatte. Elsa war die Cousine des Gutsbesitzers Nils Bernerup. Gemeinsam mit Johan Wetlesen besuchte Christian Backer 1948 einige führende schwedische Hersteller von Heizgeräten, um sie für sein Produkt zu interessieren. Christian Backer stellte nun die Bedingung, dass die Fabrik, die die Lizenz erhalten sollte, den Namen Backer in ihrem Firmennamen tragen sollte, doch weder Kockums, Electrolux noch Elektorhelios waren daran interessiert, ihren Namen zu ändern.

 

Zum Abschluss seiner Reise besuchten sie Nils Bernerup auf Stora Bernstorp, wo sie von ihren Sorgen erzählten. So kam es, dass Nils Bernerup und der Kreis um ihn, einschließlich des Reichstagsmitglieds Erik Nilsson in Svalöv, sich einsetzten. Als gemeinsames Eigentum der Familie Backer und der schwedischen Gruppe wurde somit Backer Elektro Värme AB 1949 gegründet.

 

Nils Bernerup betrieb in großem Maßstab Schweinezucht und kaufte seine Schweine von der Ferkelzentrale in Sösdala. Über den dortigen Leiter, den Disponenten Gunnar Ohlsson, kam Nils Bernerup in Kontakt mit dem Landfiskal Edgar Holm, der zu jener Zeit der einflussreichste Mann in Sösdala war. Mit Unterstützung von Edgar Holm wurde von Landwirt Hilding Jönsson ein Grundstück für ein Fabrikgebäude gekauft, indem man ein Stück vom Bauernhof Tureholm abzweigte.

 

Der Kapitän Bo Lindesvärd arbeitete in Schweden als Vertreter für Backer England und hatte bei Gelegenheit doppelt isolierte Backer Heizelemente für Hochspannung an die Staatsbahn SJ verkauft. Deshalb war es eine Selbstverständlichkeit, dass Lindesvärd VD wurde. Als Produktionsleiter wurde Diplomingenieur Bertil Håkansson aus Tjörnarp ausgewählt und nach England geschickt, um die Produktion kennenzulernen.

 

Pierre Schwob, technischer Leiter von SA Calor in Lyon, Frankreich, leitete und kontrollierte die gesamten Aufbauarbeiten in Sösdala. Er wohnte während dieser Zeit im Hotel Sösdala. Da Schwob nur Französisch sprach, wirkte auch die Tochter von Christian Backer als Dolmetscherin und Assistentin mit. Margareta hatte neben ihrer Ausbildung zur Opernsängerin auch eine technische Ausbildung absolviert.

 

Christian Backer starb am 30. August 1952 bei einem Auftrag für Backer im Werk Vedaverken in Södertälje. Das Vedaverken war Backers Lieferant von Magnesiumrohren. Dort hatte es Probleme gegeben und als Christian Backer feststellte, dass man seine Zeichnungen und Anweisungen nicht befolgt hatte, wurde er so wütend, dass sein Herz stehen blieb. Christian Backer liegt in seinem Geburtsort Flisa in Norwegen begraben.


Sven Christensson

(VD, Backer AB 1956 - 1980)

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Heat pump technology

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Solutions for electric cars

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Backer 70 år

Christer Fredriksson

BACKER HEUTE & IN DER ZUKUNFT

- En kort intervju med Backers VD Christer Fredriksson

Es mag wie ein Paradox anmuten, dass eine Technik, die fast hundert Jahre auf dem Buckel hat, zur Lösung einiger der größten Herausforderungen unserer Zeit beitragen kann. Tatsache ist, dass Christian Backers patentierte Röhrenheizelemente in vielen Produkten aus unserem Alltag enthalten sind, sie haben sowohl in modernen Autos und Transportfahrzeugen als auch als umweltfreundliche und effiziente Heizung eine wichtige Funktion.

„Wenn man heutzutage von Heizung spricht, landet man bei Wärmepumpen, Solarenergie und Ähnlichem, das sind für uns wichtige Kundengruppen, die wir mit verschiedenen Lösungen beliefern“, sagt Christer Fredriksson, VD des Backerkonzerns mit Firmensitz in Sösdala. Die derzeitige Elektrifizierung der Fahrzeugflotte verlangt unter anderem Batterieheizung, Widerstand für Bremsen und Beheizung von Kameras und Rückspiegeln, während die Bahn die Beheizung von Zügen und Weichen benötigt. All das entwickelt, produziert und liefert Backer. Außerdem verlangt der gestiegene Stromverbrauch eine höhere Stromproduktion, was die nächste große Herausforderung ist. Auch hier hat Backer als Hersteller von Produkten für Windkraftwerke, darunter unter anderem Beheizung der Rotoren und Widerstände zur Steuerung der Werke, einen Finger mit im Spiel.


„Plötzlich sind alle unsere Produkte ein Teil der Lösung des Klimaproblems von heute. Es ist faszinierend, dass einer Erfindung aus den frühen 1920er Jahre diese Rolle zukommt.“

(Christer Fredriksson)


Seit einigen Jahrzehnten spezialisiert sich Backer innerhalb der Geschäftsidee. Aufgrund der digitalen Entwicklung lassen sich die Röhrenheizelemente beispielsweise mit smarterer Steuerung kombinieren, unter anderem um Energie und somit auch Kosten einzusparen. Früher ging es oft vor allem um die Leistung. Heute liegt der Fokus in erster Linie auf der Steuerung.

Christer Fredriksson vergleicht es mit einem Auto, bei dem vielleicht nicht mehr die Menge an PS das wichtigste Verkaufsargument ist, sondern eher die Funktionen, die das Auto hat.

– Wir nennen unsere Geschäftsidee heutzutage „Intelligente Heizung & Steuerung“. Sie ist im Laufe der Jahre umfassender geworden, indem wir andere Technologien hinzugefügt, aber auch den Grad der Bearbeitung erhöht haben. Das eigentliche Heizelement hingegen baut weiterhin auf derselben Grundtechnologie auf.

(Text & interview von Johan Bentzel für Norra Skåne/Skd
Veröffentlicht im Anhang Affärsliv)


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